Von Duden und Blasen keine Ahnung


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   TRÖÖT! Das Besserwisserspiel wird 13.
   Plus: Über 150 Folgen Besserwisser-Novela!

    Die Gewinner der einzigen Runde
    (August 1997 bis August 2010)
Denker

In dieser ganz und gar einmaligen Spielrunde fragten wir nach "Tredecimferiae". Nicht so schwer, gell? Und obwohl weder Fake-Man , Ausbesserungs-Assistent oder gar HTML-Kiwi darauf hingewiesen haben, dass Erklärungen unter Bezug auf Ferien geächtet sind, haben sich nur drei Herren (sic!) dieser Verirrung hingegeben. Demgegenüber lobte Frau Susanne K. aus Münster in einer Ode Sokrates: In jeder Sau stecke eine Frau. Ob das auch umgekehrt gilt, bleibt für immer ein Rätsel. Hingebungsvoll semmelte indes die CSS-Austauschwerkstudentin Celia A. aus Hamburg einen Beitrag von einer Üppe in die Tasten, der die Buddenbrooks als Essäh erblassen lässt. Wie auch immer: Tief in Geschichte und Sprachanalyse gegriffen haben folgende ausgezeichnete Ausgezeichnete und sind damit drei Gewinner der fast einmaligen TUTEN-Siegerplakette:

Ulrike S.
Graz

Die älteste urkundliche Erwähnung der Jahreszahl Dreizehn, die sich so wunderbar an das Ende des Jahres 12 anfügte, dass die Chronisten darob in lauten Jubel ausbrachen.


Achim K.
RO/H:

Inschrift auf dem letzten Pflasterstein der Via Appia Antica, andeutend, dass eben dieser am 3. Dezember angefertigt und gelegt wurde. Historiker schließen daraus, dass -> Julius Caesar auf einen Fertigstellungstermin noch weit vor der Geburt des Jesus Christus drängte.


Celia A.
Hamburg

Wegen der oben erwähnten Üppe lesen Sie bitte dies Eingesandt hier.


Tschäjä - da mühten sich die Herrschaften redlich und dann sind zwei Drittel der Ausgezeichneten Frauschaften. Stolz vermeldet Frauschaft Susanne K. aus Münster ihre Mitgliedschaft im "Geheimbund der Drei-Zehen-Trägerinnen. Voraussetzung für die Mitgliedschaft sind nicht zwingend verstümmelte Füße;" das ist sehr beruhigend, zumal "Knoblauchzehen und Echinazehen [...] ebenso getragen [werden] wie Konkubinazehen. [...] Mutmaßlich bevorzugte Trageorte sind Handtaschen und hohle Absätze." Wollwoll, dieser Umstand unterscheidet FacFrau und FacMan. Und dessen Verzicht auf hohle Absätze wie auch - laut Jesper H. aus Hamburg - auf einen Chihuahua, der auf "Leonardo da Vincis (1452-1519) berühmtem Fresko Das letzte Abendmahl in der Mailänder Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie eben nicht zu sehen ist, da die Eingangstür zum Refektorium die mittlere untere Tischpartie des Wandgemäldes verdeckt. Dieser domini kanes ist nur in wenigen Schriften überliefert und auch der Herzog Sforza, der dieses Fresko in Auftrag gab, fand das Tier zu unschicklich für einen Speisesaal in dem nur Herren aßen." Dies zu den Frolln und Herren Dominikanern, odrr.
Auf einem "Elektrofahrrad mit leerer Batterie" müht sich Christian R. aus Wien, nachdem er eine "Aufschrift für deutschsprachige Urlauber auf Tafeln am Eingang eines Anlegestegs an der östlichen Adria" entziffert hat. Auch so kann man Urlaub machen. Dreizehnkäsehoch Achim K. aus Reading/OH indes bedauert, dass "die Fächerkombination Mathe/Latein bei Studienräten in NRW abgeschafft worden" ist. Verständliches Bedauern, nachdem er "tredecim" mit "drei" übersetzt hat. Ulrike S. aus Graz fordert indessen, dass "der Abstand zwischen zwei gesetzlichen Feiertagen die Sonntage nicht mit eingerechnet nicht mehr als dreizehn Tage betragen sollte." Und das, obwohl in Felix Austria bereits heute feiergetagt wird, bis der Dr. Freud kommt. Wie z. B. das "Fest des neuen Wortes." Das sei veranlasst durch "die Euphorie, die den Besserwissenden an jedem zweiten Freitag angesichts der neuen Denkaufgabe befällt, ehe nach einer angemessenen Zeitverzögerung die Veröffentlichung der Vorangegangenen stattfindet und damit die Ernüchterung eintritt." Was die Besserwisseretage samt vollverglaster FacMan-Unit auch nach 13 Jahren noch freuen wird. "Insbesondere die Ernüchterung." Stellt der Ausbesserungsassistent zur Freude des HTML-Kiwi fest.

Michael G. aus Berlin serviert eine "Keksspezialität, die traditionell zum Kräuterlikör Stichpimpulibockforcelorum gereicht wird." Nach Genuss der Spirituose gründet er einen "Club von Pianisten, die mit einer Hand eine Tredezime (Intervall Oktave + Sexte) greifen können. Da die betreffenden Tasten bei der üblichen Klaviermensur ca 27,8 cm auseinanderliegen, ist dies bei normal proportionierten Menschen ab einer Körpergröße von ca. 2,17 m möglich." Wer's denn braucht ...  So komplimentiert FrollnBabette S. aus Hamburg jeden Gast mit einem freundlichen "Treten Sie ins Freie" hinaus, "um ihm unter dem Vorwand, ihm den Garten zeigen zu wollen, die Tür vor der Nase" zuzuschlagen und wundert sich dann auch noch über ihre "bevorstehende Kündigung oder sonst eine unangenehme Veränderung".  Daraufhin verabschiedet sich Karl S. - ebenfalls aus Hamburg - mit einem gemurmelten "Nunc sonant tredecimferiae (frei übersetzt 'Jetzt schlägts Dreizehn')" in die unverdiente Mittagspause. Sie wird verdient unterbrochen von Markus E. aus L. am A. mit seiner Aufforderung "Trede cim feriä" - "Tröte mit, macht nix!" und seiner Anordnung "[...] wir versammeln uns zur Vuvuzelaausgabe vor der voll verglasten FacMan-Unit." Da kommt Skepsis auf. Und Angst. "Furchtbare Angst vor der Vollendung des 30. Lebensjahrs" verspürt Jens B. (© siehe hier) aus Leipzig und hofft dennoch auf "sehr schöne Ferien", wohingegen sich der HTML-Kiwi vorsorglich Wachsbaumwolle - vulgo: Oropax - in die Gehörgänge stopft. Das könnte helfen. Oder Alkohol? "Dreizehn Jahre Trubel auf eines Duden-Mannes Kiste, ohee und ne Buddel voll Rum" groelt Bernd Oe. aus Mannheim, woraufhin Jens B. (© siehe hier) ihm ein reiches "Angebot von Übersetzungen (besonders im okzitanischen Sprachraum)" offeriert, denn 'Kiste' sei nicht die im "Schiffshandel gebräuchliche Bezeichnung für hochklassige Fahrzeuge im Übersetzverkehr."
"Ach je" mosert der Auswärts-Nauwieser Gundalf D., "seit dreizehn Jahren lebe ich nun im Herzen des Herzens des Saarlands und außer dem Nauwieser Fest für die Reichen und Schönen ist hier ja kaum was los. Und eine vernünftige W-Lan-Versorgung gibts hier auch nicht. Wie soll ich denn dann mit meinem teuren iPad angeben, indem ich öffentlich darauf herumdaddele in den In-Cafés und neidische Blicke auf mich ziehe?" Eine gewisse Problemgruppe merkt merklich auf. "iDaddel eim Uffz. mit dreizehn Schläh mit iPaddel in den A... zu treiwe, gelang allerdings nur in Zwähbrigge, bekanntlich in Rheinland-Pfalz geläh und war straffbaa " versucht Fleischkäsbergerin Lenore B. aus dem Kartjeh Nauwiesjäh die Ehre des Saarlandes und seines Doppelherzens zu retten. "Dreizehnfach Daddelpaddele sträflisch in Zwähbrigge? Das is hadd anner Grenz - etwa 13 km -" grunzt Briefmarkenregalentbehrer Christo Sch. aus Alt-Saarbrücken, den Rachen gestopft voll antiken Fleischkäses. "Das bleibt alles noch abzuwadde," hält das Nauwieser Problemgruppengründungsmitglied Oskar R. aus Saarbrücken-St. Johann, vorm. Sankt Wendel dagegen und fuchtelt mit der Verpackung obigen Fleischkäswecks, einer älteren Ausgabe der Saarbrücker Zeitung. Bevor man sich - inzwischen beruhigt - im "Glühwürmchen" um einige Biffjer versammelt, wirft man noch einen flüchtigen Blick auf den flüchtigen Passanten Urs W. aus Schlieren im Limmattal, seit Kurzem Ex-Kassenwart der TREDE CIMFER IAE* [*= Ist Alles (mein) Eigentum], der "785 Millionen Euronen der Firma auf ein Konto bei der brasilianischen Bank Estabor überweisen liess. Dort kamen diese allerdings seltsamerweise nie an [...]. Tja, viel Geld muss nicht unbedingt glücklich machen!" Wollwoll. "Und was" fragt Fufu W. aus Ur-Nauwiesen über sein erstes Biffjer hinweg "bedeutet nun dies komische Trededingsbums? Im Fremdwörterbuch stehts jedenfalls nicht".

Was tatsächlich nicht im Fremdwörterduden steht:

  Werbung Tredecimferiae, Willkürlich ausgedachtes Synonym
   für all das oben gesagte


   [Die Refinanzierungsabteilung teilt mit:
   Der Erwerb des Dudenersatzbuttons könnte zwar
   die Kurzweil fördern, ist aber ausgeschlossen.
   So etwas kann man nicht kaufen, nur ehrlich verdienen!]



(Wo alles anfing.)

Nachspielzeit: Besserwisser-Novela, Folge 156,5
Kunstdirektor Wernère „Dewi” D. berichtet aus Saarbrücken:
„Gelangweilt lehnten Fufu, Oskar und Lenore an der Mülltonne des Gasthauses "Glühwürmchen", die in einem altertümlichen Bretterverschlag ihr Dasein fristete, jeder sein fünftes Altbier im Magen und das sechste im Visier, das Jana dem Zapfhahn entlockte, als die Geschwister Knapsack mehr als wohlgelaunt singend um die Ecke bogen. „Was führt ihr munteres Liedgut auf der Zunge, und das am frühen Morgen?” frug Fufu ohne Arg. „Vögel, die morgens singen, frißt am Abend die Katze.” platitüdete Lenore hinterher. Doch die Knapsacksisters ließen sich nicht beirren: „Von Tuten und Blasen keine Ahnung. Das ist die Arie Tredecimferiae aus der Oper Donscho Wanni, ihr Ignoranten.” - „Blödsinn,” wollte Oskar auch noch was sagen, „das ist die Melodie von irgendwas mit Nobile. Da hatten wir als Schüler einen eigenen Text. Wollt ihr mal hören?” Und er hub ungefragt an: „Ach wie so trügerisch sind Weiberherherzen, haben sie keinen Mann, ...” - „Wag dich, und sing weiter, Oskar, dann erlebst du Freitag den Dreizehnten nicht mehr!” rammelte Lenore dazwischen. Oskar wollte Freitag den Dreizehnten unbedingt erleben und verstummte. „Der Oskar will am Freitag zum FC, da kannst du ihn nicht jetzt schon umlegen. Der legt sich dann schon selber um.” stichelte Fufu und hechelte hinterher: „Das Geld kannst du dir sparen, Oskar, kauf dir lieber einen Fleischkäsweck.” Oskar wollte gerade Fufu an die Gurgel gehen, als Jana, mit fünf Altbier bekleidet, die gute Stimmung mit den Worten wieder herstellte. „Dann mal prost, ihr Hübschen, auf den FC!” „Nö, dann lieber auf Tredecimferiae” - „Nö, dann lieber auf die Weiberherzen.” - „Nö, dann lieber auf Teufel komm raus.” - „Nö, dann lieber auf den Fleischkäsweck.” Und so gab ein Nö das andere und der Nachmittag war gerettet. Ja hört denn das nie auf? Nö!" ”
(Was bisher geschah.)

Ergänzend teilt der Kunstdirektor mit:
"Guido Knopps kleines Archäologienotizbüchlein wieder auf: In einem Winkel von 90 Grad näherten wir uns der Stelle, wo einst Spartacus den Gladiatorenpokal versenkte, sozusagen als Altersvorsorge. Ein Pokal aus einer Legierung von Trester, Desktopf, Zimt und Eisen, kurz Tredecimferiae, und einem Wert von 2500 Talenten. Einer Sage folgend soll heute noch Spartacus’ Geist am 13. Augustus über der Stelle schweben und jeden in den Abgrund reißen, der es versuchen sollte, den Pokal zu heben. Ich blätterte in meinem Kalender. „Fletcher!” rief ich, „nix wie weg.” Und Fletcher sputete sich mit seinem Riemen. Guido Knopps kleines Archäologienotizbüchlein wieder zu."




Celia A. aus Hamburg:
Ludibria tredecimferiae (Kurzweiltierchen) sind kleine, meist sehr robuste Krebse aus der Familie der Porzellankrebse (Porcellanidae). Die L. tredecimferiae stechen durch ihre markante schwarz-gelbe Färbung hervor, die Tintenfische anlockt, mit denen sie in Symbiose leben. Ihr Lebensraum sind poröse Korallengesteine der ungemäßigten Zone. Dort graben sie immer tiefere, verzweigte und verstrickte, geradezu widersprüchliche Tunnelsysteme in den Fels, in denen sie alle zwei Wochen ihre Eier ablegen. Das als Kopftier bezeichnete, männliche Ludibrium kehrt zur Schlüpfzeit in die Tunnel zurück und leitet die stärksten und unangepassteten Jungtiere aus dem Tunnelsystem hinaus. Die derweil auf den Korallen tänzelnden ausgewachsenen Krebse locken durch ihre leuchtend gelbe Färbung Tintenfische an. Diese ansonsten intelligenten Weichtiere scheinen von den possierlich tänzelnden Krebsen hypnotisch angezogen zu werden, bis sie sich den Krebsen soweit genähert haben, dass sie sich vor den Scheren erschrecken und eine Tintenwolke ausstoßen, die wiederrum die Krebse erschreckt. Die Symbiose, die eher einer Hassliebe gleicht, macht die Tiere resistent und mutig gegenüber wirklicher Gefahren im Ozean, weshalb die Krebse eine Lebensdauer von bis zu 13 Jahren erreichen.
Der deutsch-irische Meeresbiologe Claas Borderbottom erwähnt die Gattung erstmals in seinen Aufzeichnungen aus dem Jahr 1803, als er mit seinem Expeditionsschiff, der MS „CSS”, für längere Zeit an einem Korallenriff auf Grund gelaufen war. Er bemerkte mehrere Lecks am Heck, da sich die Krebse kleine Kanäle in das Holz gegraben hatten. Der später dem Wahnsinn anheimgefallene Forscher bezeichnete die possierlichen Tiere zunächst als Heckleckkrebse, was er jedoch sofort selbst als Blödsinn bezeichnet. Da das Schiff mehrere Wochen vor Fidschi auf Grund lag, entwickelte sich die Namensfindung der neu entdeckten Spezies unter der Besatzung zu einem erheiternden Zeitvertreib. Zurück in Mannheim verfasst Kapitän Borderbottom die bisher umfassenste Beschreibung der Gattung, in welcher er sie in Gedenken an die lustigen Zeiten Kurzweiltierchen nennt.



Das Foto des Herrn Tuba B. wurde uns freundlicherweise von Sippel2707 zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.

© Lürikmeister Karl S., Kunstdirektor Dewi, Frolln Schmoll, 2010
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